
Eines gleich vorweg: Maultaschen Marke Eigenbau sind ein Projekt fürs Wochenende, denn sie brauchen Zeit und Ausdauer. Mach am besten gleich eine ganze Ladung fertig und frier sie portionsweise ein. So hast du auch unter der Woche eine schnelle Portion zum Kochen, Braten oder Überbacken parat.
Meine Oma konnte den Nudelteig für ihre Maultaschen beim Bäcker kaufen. Ich mach ihn einfach selbst und brauche:
In punkto Wasser ist es schwierig, eine konkrete Mengenangabe zu machen. Ich habe kleine Eier bei meinem Teig verwendet und zusätzlich ca. 50 ml Wasser eingearbeitet, um einen geschmeidigen Nudelteig zu kneten. Die Konsistenz sollte am Ende nicht zu klebrig, aber schön elastisch sein.
Und so geht’s
Trockene Zutaten auf der Arbeitsfläche aufhäufen und in die Mitte eine Mulde drücken. Eier aufschlagen und in die Mulde gleiten lassen. Etwas Wasser in die Mulde gießen. Ei und Wasser mit Mehl vom Rand verquirlen, sodass ein Teig entsteht. 10-15 Minuten zu einem elastischen Teig verkneten. Dabei ggf. mehr Wasser einarbeiten.
Wem das zu anstrengend ist, kann natürlich die Küchenmaschine mit Knethaken Vorarbeit leisten lassen. Wichtig aber auch hier: Zum Schluss nochmal gründlich mit den Händen nacharbeiten, um einen wirklich geschmeidigen Teig zu kneten.
Den fertigen Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie einschlagen und ca. 30 Minuten ruhen lassen. In der Zwischenzeit kannst du die Füllung vorbereiten.
Auch die Füllung muss gut verknetet werden. Fein genug, um die Masse dünn auszustreichen. Grob genug, um nicht als Farce durchzugehen. Ich brauche:
Streng genommen hat Spinat in der schwäbischen Maultasche nichts verloren. Dennoch ist er in vielen Rezepturen mit dabei. Ersetze einfach die Hälfte des Fleisches durch Spinat. Ganz wichtig: Verwende Blatt- keinen fertigen Blubbspinat. Blanchier die Blätter kurz in kochendem Wasser. Kalt abschrecken, gut (!) ausdrücken und ganz fein hacken. Und ab damit zu den restlichen Zutaten. Übrigens: Fleischfrei geht es natürlich auch.
Maultaschen zubereiten – so geht’s
Der Nudelteig ist bereit. Die Füllung steht. Jetzt musst du nur noch beides zusammenbringen und die Maultaschen formen.
Save
SaveLange Seite von unten nach oben hin zweimal einschlagen, sodass eine lange, kompakte Rolle entsteht. Knapp oberhalb der Rolle Teig abschneiden und Teignaht leicht andrücken. Ggf. mit etwas Eigelb bepinseln, damit die Teignaht geschlossen bleibt. Restliche Platte mit Füllung auf dieselbe Weise verarbeiten.

Save
SaveKeine Angst, die Füllung tritt beim Sieden der Maultaschen nicht aus, nimmt dafür aber ein wenig Brühe auf und schmeckt dann noch saftiger und würziger.
Die Maultaschen meiner Oma sind genau genommen keine echten Taschen, sondern seitlich offen. Natürlich kannst du aber auch geschlossene Taschen formen, wodurch die Maultasche eher wie Ravioli aussehen. Dabei gibt es zwei Methoden für geschlossene Maultaschen.
Verarbeite Teig und Füllung wie in den Steps beschrieben zu einer langen Rolle. Statt die Taschen mit einem Messer auszuschneiden, nimmst du einen dünnen Holzlöffelstiel und drückst den Teig an entsprechenden Stellen vorsichtig ein. Die Füllung wird verdrängt und der Teig zu einer Naht zusammengedrückt. Forme so alle Maultaschen vor und schneide anschließend jede Teignaht in der Mitte durch. Fertig ist die Maultasche mit zwei geschlossenen Rändern.
Rolle den Teig dünn aus und schneide ihn anschließend in zwei gleich große Teigplatten. Verteile die Füllung portionsweise und mit gleichmäßigem Abstand auf einer der Teigplatten. Verwende dabei 2-3 Esslöffel pro Portion. Pinsel die freien Flächen zwischen der Füllung mit etwas Eigelb ein. Lege die andere Teigplatte passgenau auf und drücke die Ränder um die Füllung an. Schneide die einzelnen Taschen mit einem Messer aus. Fertig ist die Maultasche mit umlaufendem, geschlossenem Rand.
Dir sind die gekochten Maultaschen zu blass? Dann schneid sie in Streifen und brate sie mit etwas Butter goldbraun in der Pfanne an. Ein paar Zwiebelwürfel, ein Ei und etwas geriebenen Käse dazu – schon kannst du gebratene Maultaschen als ausgewachsenes Hauptgericht servieren.
Echte Maultaschen-Fans bereiten die selbstgemachten Täschle (auch) auf dem Grill zu. Dazu einfach gekochte Maultaschen bei indirekter Hitze grillen, bis sie Farbe bekommen. Wenn du sie vorab in ein wenig Speck einwickelst, bleiben sie schön saftig und kriegen zusätzlich Geschmack.
Geschmälzte Maultaschen werden nach dem Kochen einfach nur in etwas flüssiger Butter geschwenkt, aber nicht angebraten. Dazu gibt es häufig weich gebratene und leicht karamellisierte Zwiebelringe – ebenfalls kurz in Butter geschwenkt.
Eins vorweg: Die Maultasche ist bei Tisch eigentlich immer Hauptdarstellerin und keine Beilage.
Wenn schon, denn schon – Maultaschen bereitest du am besten in großen Mengen zu. Denn einmal vorgekocht, kannst du sie einfrieren und über mehrere Monate aufbewahren.
Die frisch gekochten Maultaschen halten sich im Kühlschrank ca. 2-3 Tage. Also lange genug, um Reste als schnelles Mittagessen zu vernichten.
Der rohe Nudelteig und die rohe Füllung sind nicht für längeres Aufbewahren geeignet. Eier und Hackfleisch bieten Bakterien eine große Angriffsfläche und sind ratzfatz verdorben. Also lieber ab in den Topf damit und einmal durchgaren.
Mit klassischer Fleischfüllung (ohne Spinat) kommt die Maultasche auf über 200 kcal pro 100 Gramm. Kein Schlankmacher also, aber einfach zu lecker, um sich wegen der Kalorien Gedanken zu machen. Wer es trotzdem gern schlanker hätte, bereitet seine Maultaschen am besten mit magerem Hackfleisch und viel Spinat zu. Die fertigen Täschle dann einfach nur in etwas Wasser oder Brühe garen – so sparst du einige Fettpunkte ein.
https://www.springlane.de/magazin/rezeptideen/maultaschen/amp/